, André Weyermann

Lenja Heusser: Neben Spitzenleistungen auch in der Organisation tätig

Nach der neuen PB an der U20-SM im Mehrkampf hilft Lenja Heusser bei der Organisation des schnäuscht Gräncher mit.

Die Grenchner Siebenkämpferin Lenja Heusser gewann an den Schweizer Mehrkampfmeisterschaften in Basel nach einem prächtigen Wettkampf mit neuer persönlicher Bestleistung von 5414 Punkten die Bronze-Medaille (Kategorie U20). Dabei gelang ihr das Kunststück, gleich in sechs Teildisziplinen ihre bisherige Bestmarke zu verbessern. Nur im Speerwerfen kam sie nicht ganz an ihre Rekordweite heran, obwohl sie auch da die stärkste Athletin war.

Bereits kurz nach dem Wettkampf äusserte sich Lenja Heusser: »Ich freue mich «mega» über die Medaille und bin mit meinem Abschneiden eigentlich sehr zufrieden.» Dieses «eigentlich» hat seinen Grund, davon aber später mehr.

Sportlich kann sich Lenja Heusser diese Woche etwas zurücklehnen, dafür ist sie an anderer Front gefragt. Sie ist nämlich Mitorganisatorin des Anlasses «Dr schnäuscht Gränchner» vom Mittwoch, dem 28. Juni, bei welchem Kinder und Jugendliche von 7-15 Jahren beiden Geschlechts um die Wette rennen. Zur Vorbereitung fanden zwei Training statt, welches von Lenja Heusser selber gleitet wurde.

Es gehe ihr mit ihrem Engagement auch darum, vermehrt jüngere Sporttreibende zur Leichtathletik-Abteilung des Turnvereins zu locken, meint Grenchens grosse Nachwuchshoffnung.

Ihr Wirken und Werben für «Dr schnäuscht Gränchner» hat noch einen weiteren Hintergrund. Es ist für die 19-Jährige Teil der Maturarbeit (sie absolviert das Sportgymnasium an der Kanti Solothurn): «Ein Thema aus meinem Umfeld in Absprache mit meinen Lehrern zu wählen, war mir wichtig.» So machte sie sich auf die Suche nach Sponsoren, kreierte und verteilte Flyer, nahm an Sitzungen teil, informierte die Medien und einiges mehr. Vor allem aber besuchte sie den Schulsporttag und die Schulen: »Letzteres war sehr wichtig. Während einer Viertelstunde konnte ich Überzeugungsarbeit leisten.»

Selbstverständlich ist damit die (Matura-)Arbeit noch nicht geleistet. Es gelte in einem zweiten Schritt, das Ganze protokollarisch auf gut 15 Seiten zu Papier zu bringen.

Zurück zu ihrem glanzvollen Abschneiden an der Mehrkampf-SM und den Wermutstropfen, den sie trotzdem zu schlucken hat. Ein grosses Saisonziel von Lenja Heusser ist die Teilnahme im August an den Europameisterschaften. Die Limite von 5350 Punkten hat sie auch «locker» zwei Mal geschafft. Allein, die Konkurrenz im U20-Siebenkampf ist in ihrem Jahrgang ungewöhnlich dicht. Nicht weniger als fünf junge Frauen haben die Marke mindestens einmal übertroffen, an die EM reisen können aber nur deren drei. «Es bleibt mir nichts anderes als abzuwarten, wie die Selektionäre entscheiden werden», meint die ebenso aufgestellte wie zielstrebige und im positiven Sinne ehrgeizige Athletin.

Nun, ein «Hintertüre» bleibt in jedem Fall offen. Im Kugelstossen hat sie nämlich das 4 Kilo schwere Sportgerät am Wochenende im Rahmen des Siebenkampfes auf 14,08 Meter katapultiert, was neue Schweizer Saisonbestleistung bei den Spezialistinnen bedeutet. Damit übertraf sie die geforderte EM-Norm um acht Zentimeter. «Natürlich würde ich mich auch freuen, nur im Kugelstossen anzutreten. Und trotzdem wäre ich ein bisschen enttäuscht, denn mein Herz schlägt nun einmal für den Siebenkampf», erklärt Lenja Heusser unmissverständlich.